Schöne Geschichten

Vortragsreihe an der FH Architektur

Seit den 1980er Jahren hat der Begriff des Narrativen Einzug in die Welt der Architektur gehalten. Heute ist das Narrativ, das ‐ wie auch die im Architekturdiskurs viel gebrauchte Metapher ‐ aus der Sprachwissenschaft stammt, auf dem besten Weg zu einem Modebegriff. Es steht im weitesten Sinne für die große Erzählung (Jean‐François Lyotard) einschließlich aller Brüche und Spannungen.

FHvortragsreiheTermine

Die Architekturkritikerin Ira Mazzoni stellt in der db die Frage:

Bedarf die Architektur narrativer Strategien, um den Orten zu begegnen?

Sie bringt das Narrativ in Zusammenhang mit der Suche nach dem Genius loci, der Identität und dem Authentischen – ebenfalls schillernde, vieldeutige Begriffe, die von Architekten unterschiedlichster Couleur für ihre Werke reklamiert werden. Sucht man in dieser anregenden, jedoch bisweilen pseudophilosophischen Debatte nach Bodenhaftung, so landet man irgendwann bei der Erkenntnis, dass Architektur ihren Betrachtern und Nutzern schon immer etwas sagen wollte. Bauten können erzählen – über die Historie, den Typus, die Bedeutung, den Zweck, die Bewohner und nicht zuletzt auch über diejenigen, denen sie ihre Gestalt verdanken.

Die spannendsten, bildkräftigsten und ihrer interpretatorischen Freiheit komplexesten Erzählungen handeln vom Ort, beschreiben die Beziehungen eines Projekts zu seinem jeweils besonderen Ort, sei es in der Einfügung, im Kontrast, in der Umdeutung, der Fortschreibung, der Überlagerung, dem intellektuellen Spiel, letztlich auch der Erfindung.

Um Häuser, die erzählen, um Räume und Raum für Geschichten soll es in dieser Vortragsreihe gehen.

Prof. Florian Burgstaller, März 2017

Hast du nicht beobachtet, wenn du dich in dieser Stadt ergingst, dass unter ihren Bauwerken einige stumm sind und andere reden? Und noch andere, das sind die seltensten, singen sogar! Diejenigen von den Bauwerken, die weder sprechen noch singen, verdienen nichts als Verachtung; das sind tote Dinge.

Paul Valéry, EUPALINOS ou l’Architecte, 1921

Beginn jeweils um 19.00 Uhr | Moltkestr. 30, Gebäude B, 5. OG

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