Berufspraxis im Studium: Studenten stellen sich vor!

Wir freuen uns auf den zweiten Beitrag von Baldur Dilthey in unserer Interviewreihe: „Berufspraxis im Studium: Studenten stellen sich vor!“. Der Student der Hochschule Karlsruhe wird bereits in diesem Sommer seinen Bachelorabschluss machen. Das Praxissemester verbrachte Baldur bei Wulf Architekten aus Stuttgart. Heute wird uns Baldur von seinen Erfahrungen berichten.


 

Hallo Baldur! Wir sind schon sehr gespannt, was Sie uns alles erzählen werden. Aber zunächst ganz an den Anfang. Warum haben Sie sich damals für das Studium der Architektur entschieden?

BD: Hallo! Eigentlich ging ich vor Beginn meines Studiums ziemlich unbedarft an das Thema Architektur heran. Mir gefiel einfach der Gedanke daran, räumliche Ideen zu entwickeln bzw. meine Umwelt durch Gebautes nach Möglichkeit zu verbessern. Seit dem Praxissemester sind es noch einige andere Aspekte, welche mich an dem Berufszweig reizen, nämlich unter anderem der des Vermittelns und Koordinierens zwischen allen Beteiligten an einem Bauwerk und das Entwickeln von Lösungen für konstruktive/ logistische Probleme.

Ihre praktischen Erfahrungen haben Sie bei Wulf Architekten in Stuttgart gesammeltKönnen Sie uns zunächst ein paar Informationen zu dem Architekturbüro geben? 

BD: Sehr gerne! Bei Wulf Architekten handelt es sich mit aktuell 6 Geschäftsführern um ein Architekturbüro mit derzeit ca. 100 Mitarbeitern. Mit dem Schwerpunkt auf Kultur- und Bildungsbauten setzte das Büro in der jüngeren Vergangenheit auch vielerlei Akzente in Infrastrukturprojekte, Messebauten und andere öffentliche Bauten, zudem Bauten für den (privaten) Wohn- und Sozialbau. Das bekannteste Projekt ist vermutlich der Neubau der Messe Stuttgart mit dem dazugehörigen Parkhaus über der A8. Ein Projekt in Karlsruhe ist z.B. der vielfach ausgezeichneten Neubau der evangelischen Jakobusschule im Nordwesten der Stadt.

110526_Landshut_4

Landesamt für Finanzen, Landshut (2011) (c) Wulf Architekten

RH1686-44

Projekt: Neue Messe Stuttgart Architekt: Wulf & Partner Ort: Stuttgart (c) Wulf Architekten

War es schwierig an die gewünschte Praktikumsstelle zu kommen?

BD: Wir haben ja momentan das Glück, dass generell Architekten, aber vor allem Praktikanten überall gerne willkommen sind bzw. teilweise sogar händeringend gesucht werden. Was mein Praktikum anging, so hatte ich schon genaue Vorstellungen davon, welche Philosophie bzw. welchen Architekturstil mein Wunschbüro haben sollte und so habe ich mich explizit nur für solche Büros beworben. Auch auf eine gewisse Bürogröße habe ich persönlich Wert gelegt, da ich auch in größere Projekte bzw. Strukturen Einblick haben wollte. Bereits zwei Tage nach Abschicken der ersten Bewerbungen setzten Wulf Architekten sich mit mir in Verbindung und baten mich zu einem Vorstellungsgespräch, welches auch sehr angenehm verlief und mit einem Angebot über einen Praktikumsplatz endete. Im Vorhinein war das Büro nicht Platz eins meiner Bewerbungsrangfolge -falls es so etwas überhaupt gab -, doch nach den Vorstellungsgesprächen war es für mich – und meinen Vorstellungen an mein Wunschbüro – das Sympathischste.

Was empfehlen Sie Ihren KomilitonInnen zum Thema Praxissemester?

BD: Meiner Meinung nach sollte man bei der Wahl des Büros darauf achten, dass man auch die Chance bekommt, in größere Projekte und evtl. auch Projektteams zu kommen. Doch zuallererst ist natürlich entscheidend, ob man sich mit der Arbeitsweise und der Philosophie des Büros identifizieren kann. Eine gute Recherche über Wunschbüros ist somit wichtig, oft können Kommilitonen dort auch beraten. Letztendlich sollte man aber auch nach Sympathie des Büros/der Kollegen gehen, mit diesen arbeitet man schließlich ein halbes Jahr zusammen.

Zurück zu Ihnen. Wie können wir uns Ihren Alltag im Büro vorstellen? Was haben Sie in dem halben Jahr erlebt?

BD: Das Ziel des Büros ist es, Praktikanten für die Dauer ihres Aufenthalts in lediglich ein Projekt einzugliedern, so dass sie jenes intensiv kennenlernen und als möglichst gleichwertige Mitarbeiter dort arbeiten können. „Mein“ Projekt war eine Generalsanierung (LPH 1-9) eines Schulkomplexes mit diversen Gebäuden aus den 60er bis 80er Jahren. Ganz anders als im Studium hatte ich es in diesem Projekt hauptsächlich mit den LPH 5 und 7 zu tun, da das Projekt bereits im Bau ist/war. Die Schwerpunkte meiner Arbeit lagen daher nicht wie im Studium auf dem Entwurf, sondern auf der Ausführungsplanung. Somit zeichnete ich vielerlei Details, Schnitte und andere Bereiche der Werkplanung und war auch an der Koordination zwischen den Gewerken/Fachingenieuren beteiligt.

Das Praxissemester war für mich dadurch eine äußerst wichtige Bereicherung, da man wichtige Berufserfahrung sammeln kann und man vor allem die alltägliche Arbeit eines Architekten kennenlernt, welche mit dem Studienalltag meist nicht so viel gemeinsam hat.

Das Ende Ihres Bachelorstudium rückt näher. Wie sehen Ihre Pläne für die Zeit danach aus?

BD: Nach Abschluss meines Bachelor würde ich gerne erstmal eine Weile arbeiten, um Praxiserfahrung zu sammeln. Allerdings möchte ich auch in nicht allzu ferner Zukunft meinen Master noch machen. Ob ich den Wechsel ins Masterstudium nutze, um noch eine andere Stadt kennenzulernen oder ob ich in Karlsruhe bleibe, kann ich noch nicht sagen.

Baldur, wir danken Ihnen für das interessante Gespräch! Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihren weiteren Weg und drücken Ihnen die Daumen für Ihren Abschluss im Sommer.

(Interview Victoria Brandt / Architekturschaufenster)

Bis zum nächsten Beitrag in „Berufspraxis im Studium: Studenten stellen sich vor!“ von Christine Bentele!

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