Das Architekturschaufenster: Baukultur vermitteln

Was ist das Architekturschaufenster und wofür engagiert es sich? Was steckt dahinter und vor allem wer? Für alle, die das noch einmal schwarz auf weiß nachlesen wollen. Der Beitrag erschien im Februar 2015 im Bürgerheft des Bürgervereins Stadtmitte.

Wie beeinflusst unsere gebaute Umgebung unseren Alltag? Welche Rolle spielt die architektonische Gestaltung einer Stadt für ihre Bewohner? Was kann Architektur – und was soll sie? Wie können wir – gut – bauen?

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(c) Stephan Baumann

Seit 2007 widmet sich das Architekturschaufenster diesen und vielen anderen Fragen rund um die Baukultur. In den Ausstellungsräumen in der Waldstraße, gegenüber von Kunstverein und Kunsthalle, die es sich mit der Bezirksstelle der Architektenkammer teilt, finden regelmäßig Ausstellungen, Vorträge, Seminare und Workshops sowie Infoveranstaltungen zu den unterschiedlichen Facetten des Themas statt. Denn der mittlerweile ebenso viel beschworene wie vage Begriff der Baukultur meint nicht nur die Gestaltung unserer Umwelt, Architektur und Stadtplanung, sondern ebenso auch die Landschaftsarchitektur, die Gestaltung des öffentlichen Raums oder Inneneinrichtung – kurz, die gebaute Umwelt in ihren vielfältigen Facetten. Für sie möchte das Architekturschaufenster das Bewusstsein schärfen, da diese Thematik in der breiten Öffentlichkeit oft zu kurz kommt – überraschend eigentlich, bedenkt man, wie grundlegend Gebautes unser Lebensumfeld beeinflusst. Wie wir wohnen, wie wir arbeiten, auch kulturelle und historische Identität beispielsweise, wird von Architektur mit geformt – gerade in der barocken Planstadt Karlsruhe ist dies tagtäglich zu beobachten. Gebautes, und dazu zählen Häuser ebenso wie etwa Straßen oder Brücken, umgibt uns ständig. Trotzdem beachten wir es meist kaum – ganz im Gegensatz zu einer anderen „Hülle“ unseres Alltags, der Kleidung …

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(c) Architekturschaufenster

Hier setzt das Architekturschaufenster an und versucht mit verschiedenen Projekten für diese Themen zu sensibilisieren – an den Schnittstellen von Architektur, Kunst und Design. So war im Januar etwa erneut die Architekturfakultät des KIT zu Gast, die mit dem Projekt „Stadt:Wagen“ den Auftakt ins Jubiläumsjahr Karlsruhes eingeläutet hat. Im März wiederum wird sich eine Kunstausstellung von drei markanten Momenten in der Geschichte der geplanten „Traumstadt“ Karlsruhe inspirieren lassen – Traum, Wald und Plan(stadt). Diese werden drei künstlerische Positionen aus Malerei, Fotografie und Plastik aus diversen Blickwinkeln reflektieren und neue Denkanstöße bieten, andere Sichtweisen, einen Blick „um die Ecke“ auf vertraute urbane und architektonische Besonderheiten, auf den Traum von Stadt – Karlsruhe als Inspiration und Ausgangspunkt. Danach geht das Jubiläumsjahr im Architekturschaufenster weiter mit Kooperationen unterschiedlicher Art – mit dem Stadtplanungsamt etwa und der Hochschule –, von denen viele ganz im Zeichen des Stadtgeburtstages stehen.

imageÜberhaupt wird der Bezug zu aktuellen lokalen baukulturellen Fragen groß geschrieben im Architekturschaufenster, das als eingetragener Verein vor allem vom Engagement seiner ehrenamtlichen Mitglieder lebt; die Tagesgeschäfte führt die Geschäftsstelle. Es sorgt für fachlichen Input und öffnet die Diskussion über das Baugeschehen in der Stadt für ein breites Publikum. Dabei wird der konstruktive Austausch und nicht die plakative Gegenüberstellung der einzelnen Positionen gesucht. In diesem Sinne steht das Architekturschaufenster auch für die fachliche Diskussion mit der Stadtpolitik und der Verwaltung zur Verfügung, ohne durch eine Parteinahme in lokalen Auseinandersetzungen die eigene Unabhängigkeit aufzugeben. So hat sich das Architekturschaufenster mittlerweile als Anlaufstelle für Baukultur in Karlsruhe etabliert

Und es bleibt weiterhin spannend – aktuell ist einiges im Umbruch im Architekturschaufenster. Neue Ausstellungsformate, noch mehr Kooperationen und bundesweite Vernetzung werden der Baukultur in Karlsruhe auch in Zukunft buchstäblich noch mehr Raum bieten. (Simone Kraft)

* Die Stadtmitte. Bürgerheft des Bürgervereins Stadtmitte, Februar 2015, S. 15-16

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